Okay, ich hatte wirklich gehofft, dass ich diese Bücher hassen würde. Aber ich fand sie wirklich toll. Es hat mir, gegen meinen Willen, großen Spaß gemacht sie zu lesen. Dass ich mich so gegen diese Bücher gesträubt hatte, hatte eigentlich überhaupt nichts mit den Büchern oder ihrer Autorin zu tun, sondern mit jemandem der mich angesprochen hatte, während ich die Bücher las. Ich wollte wirklich nichts mit ihr gemeinsam haben und hoffte deshalb, dass ich die Bücher absolut grauenvoll finden würde. Doch sie haben mir gefallen…

Die Story an sich ist nicht unglaublich innovativ, auch der Schreibstil ist nicht unglaublich gehoben, aber er passt zur Geschichte, lässt sich flüssig lesen und stellt die inneren Gefühle der Hauptperson, Penny, sehr gut dar.

Am besten gefallen hat mir die Freundschaft zwischen Penny und ihrem besten Freund Elliot. Während all ihre anderen Freunde nur als Füller dienen, oder zum Antagonisten werden, hat Elliot einen tatsächlichen Charakter. Er hat bei weitem auch die meisten Auftritte, aber im Gegensatz zu den Szenen mit Pennys anderen Freunden, wirken die Szenen mit Elliot nie gestelzt. Einen kleinen Kritikpunkt gibt es doch: Zu Beginn des ersten Buches wird deutlich erwähnt, dass Elliot und Penny niemals streiten. Durch die Bücher hinweg gibt es dann doch häufiger auftretende Konflikte zwischen den beiden – Für eine Jahre lange Freundschaft, die sonst nie durch Streits belastet wurde, ist die Frequenz der Konflikte in den Büchern doch häufig. Es stört allerdings wenig, denn Friede-Freude-Eierkuchen wäre noch unrealistischer und vor allem unangenehmer zu lesen gewesen.

Elliot an sich ist ein Punkt, an dem ich sehr Zwiegespalten bin. Auf der einen Seite mag ich seinen Charakter auf einer sehr persönlichen Basis. Er ist mir einfach sympathisch. Auf der anderen Seite, ist er doch ein ziemlicher Stereotyp und ich weiß nicht so recht, was ich davon halte.

Gar nicht stereotypisch ist dafür die Charakterisierung der beiden größeren weiblichen Nebenrollen Megan (Buch 1) und Leah (Buch 2). Sie sind die Spiegelbilder zu einander, auch in ihrer Art mit Penny umzugehen. An manchen Stellen sind beide jedoch etwas eindimensional.

Der gesamte Plot erinnert sehr an eine klassische Fanfiktion im Fandom eines Stars, mit dem männlichen Star x OC. Es ist eine niedliche Liebesgeschichte, keine unvorhersehbaren Wendungen oder große Raffinesse. Aber auf jeden Fall lesbar und auch ertragbar. 😉
Viele Konflikte sind klassische Teenage-Dramen, die durch etwas Kommunikation vermieden, oder sofort beseitigt werden könnten. Die typischen Teenager Probleme, wie beispielsweise das Entfremden von Freunden, sind wiederum sehr realistisch und nachvollziehbar dargestellt. Für eine junge Leserin sind die Probleme der Hauptperson sehr greifbar.

Die Greifbarkeit wird gerade verstärkt durch Pennys Blogeinträge – gerade dieser Aspekt hat mich dazu gebracht, die Bücher zu lesen. Als Bloggerin über eine Bloggerin zu lesen trägt zu einer gewissen Verbindung bei. Wenn Penny von Kommentaren, oder Twitter Nachrichten erzählt, dann kann man ihre Aufregung sehr gut nach empfinden. Viel „behind the scenes“ zu ihrem Blog bekommen wir jedoch leider nicht.

Was im zweiten Buch besonders positiv auffällt ist die Beschreibung der verschiedenen Tour-Ziele. Die Ecken die wir von Metropolen beschrieben bekommen übermitteln ein gewisses Ambiente.

Zuletzt ist noch zu haben, dass es zwar ein Buch einer YouTuberin ist, aber (glücklicherweise) keine Biografie. Es ist ein Roman, zwar kein literarisches Meisterwerk, aber auch kein absoluter Schund. Die Bücher könnten tatsächlich ein paar Abonnenten von Zoe zu Leserinnen machen, weil sie ihr Buch lesen wollten und es die Lust auf mehr geweckt hat.