Poetry Slam bedeutet sinngemäß übersetzt „Dichterwettstreit“, und ist ein Vortragswettbewerb, bei dem selbst verfasste Texte in einer bestimmten Zeit einem Publikum vorgetragen werden, von welchem auch der Sieger gekürt wird.

Ein Poetry Slam steht und fällt mit der Vortragsweise des „Slamers“. Durch eine gute Rhetorik können bereits gute Texte noch weiter aufgearbeitet werden. Doch ebenso können durch schlechtere Rhetorik auch sehr passable Stücke ruiniert werden. Häufig haben die Slamer aber die passende rednerische Begabung zu ihren literarischen Ergüssen.

Wie bei jedem Wettbewerb müssen auch beim Poetry Slam Regeln eingehalten werden, die auf Marc Smith den Erfinder des Poetry Slams zurück gehen:

„Die Texte müssen selbstgeschrieben sein, der Dichter darf keine Requisiten, Kostüme oder Musikinstrumente verwenden, und wenn der Poet das Zeitlimit überschreitet […] werden Punkte von seinem Stand abgezogen.“

Marc Smith
Das Zeitlimit kann variieren, in Deutschland ist eine Zeitspanne von fünf bis sechs Minuten normal. Bei einer zu großen Überschreitung kann dem Slamer auch das Mikrofon entzogen werden.
Bei vielen deutschen Veranstaltungen gibt es nur noch einen symbolischen Preis, wie ein T-Shirt oder ein Buch, anstatt eines Geldpreises. Damit soll die Kunst in den Vordergrund gestellt werden, und nicht das Gewinnen.
Als Erfinder des Poetry Slams gilt der oben bereits erwähnte Marc Smith. Der erste Poetry Slam fand am 20. Juli 1986, im The Green Mill in Chicago statt. Im deutschsprachigen Raum finden zur Zeit über 300 regelmäßige Poetry Slams statt, und erreichen dabei bis zu rund tausend Zuschauer pro Veranstaltung.
Für alle Literatur-Interessierten ist ein Poetry Slam eine schöne Veranstaltung, an der man frische Texte direkt von den Autoren präsentiert bekommt und Gleichgesinnte trifft – und aus meiner persönlichen Erfahrung nur zu empfehlen!