• Sie sind leise.

Wenn ein Bücherwurm mit dir in einem Raum ist, wirst du ihn vermutlich gar nicht bemerken. Er tut ja sowieso nichts anderes, als seine Nase in ein Buch zu stecken!

Falsch, auf den Charakter von jemandem zu schließen nur weil er gerne liest ist eine gefährliche Sache. Beispielsweise auf mich trifft dieses Vorurteil überhaupt nicht zu. Und während einige von uns vielleicht eher stiller sind unter euch Nicht-Lesern, sind wir doch deutlich zuhören, wenn in einer Diskussion das Lieblingsbuch verteidigt werden muss.

 

  • Sie haben ausschließlich gute Noten – in jedem Fach

Ich wünschte wirklich dieses Vorurteil würde zutreffen… Doch während ich eigentlich lernen sollte, lese ich viel lieber noch ein Kapitel… und noch ein Kapitel… und noch eins… Und obwohl ich vor meiner Mathe Klausur wirklich viel gelesen hatte, geholfen hat mir mein Wissen über Drachen und Elfen am Ende nichts als nach der Aufleitung von e^-5x gefragt wurde.

  • Sie sind introvertiert.

Bücherwürmer sind Einzelgänger, hassen Menschenmassen und wollen keine sozialen Kontakte – kurzum sie sind introvertiert.

Nur weil wir ab und zu unsere Bücher den Menschen vorziehen, heißt das noch lange nicht, dass mit Freunden Zeit zu verbringen eine Form von unangenehmer Pflicht ist.

 

  • Sie hassen Filme – insbesondere Buchverfilmungen

Ein bisschen was ist an diesem Vorurteil wohl dran… Schließlich kommt jede Ankündigung einer Buchverfilmung mit einer gehörigen Portion Angstschweiß, aus Furcht, dass das Buch ruiniert wird. Aber die Vorfreude ist oft genauso groß!

Film und Buch sind zwei sehr verschiedene Medien, deren Wirkung sich in unterschiedlichen Bereichen entfaltet, deshalb ist es so schwierig für eine Buchverfilmung zufriedenzustellend zu sein. Doch am Ende kommt es auf die Erwartungshaltung des Lesers an, ob er die Anstrengungen des Films anerkennt, oder ob er ihn hasst.

Während Buchverfilmungen also ein rotes Tuch sein können (vor allem bei Fehlbesetzungen des Lieblingscharakters…grrrrrr!), sind Filme, die keine Buchvorlage haben, eine willkommene Abwechslung.

 

  • Sie behandeln Bücher als wären sie aus Glas

Es gibt dieses Extrem, das seine Lieblingsbücher nicht einmal anfassen lässt. Aber es gibt auch noch das andere Extrem, das in die Bücherkritzelt und anstelle von Lesezeichen Eselsohren hinterlässt. Jeder muss wissen wie er mit seinem Eigentum umgeht. Allerdings ist es in den meisten Fällen so, dass ein Großteil des monatlichen Budgets in Bücher investiert wird, und mit manchen eine ganz spezielle Verbindung besteht. Deshalb kann man schon mal wegen einem Kratzer im Buchdeckel zur Furie werden.

Wenn man nicht liest – dann kann man das nicht verstehen 😉

 

  • Sie lesen schnell

Mein Bekanntenkreis besteht aus lauter Gegenbeweisen für dieses Vorurteil. Ich selbst lese sehr schnell, ohne „unsauber“ zu lesen. Doch einige Freunde, die auch gerne Lesen, lesen wie in Zeitlupe mit gefühlten zwei Seiten pro Minute. Das kann Nerven zehrend werden, wenn man sich im Philosophieunterricht die Quellentexte teilen muss, und man gerne umblättern würde…

 

  • Sie lesen viel.

Bücherwürmer tun praktisch nichts anderes!
Ach, wenn es doch so wäre… Aber auch wir haben Aufgaben zu erledigen, müssen aufräumen, putzen und einkaufen. Doch wenn dann noch ein Stündchen Zeit ist, dann kuscheln wir uns natürlich in unsere Decken und lesen was das Zeug hält!

 

  • Sie besitzen hunderte Bücher

Ja, die meisten Bücherwürmer sind Sammler. Doch es gibt auch einige sehr konsequente, die immer wenn sie ein neues Buch kaufen, ein altes abgeben. Oder welche, die die Bücher gar nicht erst kaufen, sondern nur in der Bibliothek ausleihen. Und es gibt auch solche, die gerne hunderte Bücher im Regal hätten – doch der Platz lässt es nicht zu. Also dürfen nur die Lieblinge bleiben, die anderen ziehen weiter.

 

  • Sie kennen jeden Klassiker und haben ihn schon tausendmal gelesen.

Mein persönlicher Favorit unter den Vorurteilen.
Wenn der Lehrer mit dem Buch hereinkommt, das auf dem Lehrplan steht und die Mitschüler auf einmal annehmen, wer viel liest müsste dieses ja auch schon gelesen haben. Ich bin ein schlechtes Beispiel hierfür, da ich tatsächlich ein Herz für diese „Klassiker“ habe und vieles schon gelesen habe.

Oft bedeutet das man viel liest aber nicht, dass man absolut alles liest. Man hat seine Nische, sein Genre durch das man sich durchgelesen hat, aber der Durchschnittsleser hat nur selten alle Werke von Schiller, Kafka, Eichendorff und Co. gelesen.

Doch es kommt nicht darauf an, ob wir dem Bild des perfekten Bücherwurms entsprechen. Es zählt nur, dass wir mit unseren Büchern einer Welt voller Vorurteile für ein paar Stunden entkommen können.

– Seitenkind