TOR online ist eine noch recht junge Website, die sich selbst den Slogan „Science Fiction. Fantasy. Und der ganze Rest.“ gegeben hat. Fans der im Slogan genannten Genre werden hier mit Informationen über das gesamte Genre versorgt – nicht nur die Bücherwelt.

In Kolumnen, Essays und News lassen das TOR Team und die breite Vielfalt an Gastautoren das Geek-Herz höher schlagen. Von Comics über Filme bis hin zu Convention-Teminen lässt sich dort alles finden.

Hinter dem ganzen steht der Fischer Verlag, der mit dieser Website sein neues Verlagsprogramm TOR um einiges aufpoliert.

Ich könnte nun noch einige weitere Absätze über die Artikel schwärmen, doch die muss jeder für sich selbst lesen. Also schwärme ich stattdessen über die Idee und die Bedeutung von TOR Online, und warum das eine solche Begeisterung in mir auslöst.

Ich gehöre zur Generation „Internet“ und ich gebe es schamlos zu. Mehrere Stunden am Tag versickern im Netz auf YouTube, Google und Co. Ich bin auch der Grünschnabel am Tisch, der die Augen verdreht, wenn die ältere Generation sich über meinen guten Freund das Internet, und seine Gefahren auslässt. Ich bin mit ihm aufgewachsen und wir haben eine sehr innige Beziehung mit einander.

Trotzdem hat es mich nicht davon abgehalten ein Büchermensch zu werden. Jemand, der lieber in kleine Buchläden und Antiquariate geht, als auf Amazon zu bestellen. (Was ich trotzdem noch viel zu oft tue.) Jemand für den ein Buch sowohl ein Stück zuhause, als auch ein bisschen Abenteuer ist – überall.

An jeder Ecke wird mir erzählt, dass junge Leute immer weniger lesen und das alles nur wegen des Internets. Ich kann nicht beurteilen in wie weit diese Menschen recht haben, mit dem was sie sagen, oder ob es nicht doch nur die Urangst vor Veränderung ist, die dort aus ihnen spricht. Aber ich kann ihnen zeigen, wie viel mehr das Internet zum Lesen beitragen kann. Angefangen bei den Fanfiktions, die von Fans geschrieben werden und alternative Abläufe einer geliebten Geschichte bieten, über Fanart, Zeichnungen – wahre Kunstwerke von Buchcharakteren, bis hin zu all den kleinen Ecken in denen sich Buchliebhaber versammelt haben und diskutieren, analysieren und entziffern. Es ist so viel einfacher geworden jemanden zu finden, der das gleiche Buch gelesen hat und mit dem man über diese eine Stelle und ihre Aussage über den Lieblingscharakter streiten kann. Der Bücherclub vom Freitagnachmittag hat sich aus dem Wohnzimmer in das Internet verschoben. Heute kommen nicht nur die Nachbarn, heute diskutiert jemand aus Chile und jemand aus England und jemand aus der Schweiz. Und es verbindet. Früher saßen Bücherwürmer alleine zu Hause, heute gibt es Conventions und Fantreffen.

Wenn man also sagt, dass Internet würde der Buchbranche schaden, dann nur weil die Buchbranche nicht mit dem Internet umzugehen weiß. Und das ist der springende Punkt.

Ja, die Jugend wächst mit dem Internet auf und verbringt Stunden darin – also warum das nicht zu seinem Vorteil nutzen? Das ist genau das, was ich in TOR Online sehe. Ein Verlag, der verstanden hat, dass nicht alle Jugendliche auf einmal das Interesse an Büchern verloren haben, sondern dass man überhaupt erst versuchen muss sie zu erreichen, bevor man sich über ihr Desinteresse auslässt. Zudem ist es nicht platt und einseitig (und unschön) wie viele andere Verlagsseiten, sondern es bietet einen Mehrwert. Es erreicht Comicfans, genauso wie Viedeospielnerds und Büchergeeks – und dann rutscht der ein oder andere schon mal in die andere Sparte mit hinein. Videospiele und Comics erfreuen sich einer unglaublichen Beliebtheit. Darüber zu schreiben und den Leser dann durch die Themenwahl auch auf Bücher aufmerksam machen ist verdammt intelligentes Marketing.