Ich habe eine Liste mit Büchern, die ich vielleicht rezensieren möchte. Taberna Libraria stand sehr weit oben und das eigentlich aus einem positiven Grund. Als ich das Buch vor einigen Jahren das erste Mal gelesen hatte, war ich begeistert. Wegen der langen Zeit zwischen dem ersten Lesen und der Rezension las ich es nochmal. Und ich war nicht mehr so begeistert. Es gibt immer noch gute Aspekte an diesem Buch, aber dieses Mal wogen die negativen irgendwie schwerer.

In „Taberna Libraria – Die magische Schriftrolle“ geht es um zwei Freundinnen, die sich ihren Traum vom eigenen Buchladen in einem kleinen Dorf, von dem sie noch nie etwas gehört hatten, erfüllen. Dieser Buchladen stellt sich dann als Portal zwischen unserer und einer Parallelwelt heraus und die beiden werden eine Art Wächter. Schließlich machen sie sich auf die Suche nach den verschwundenen Büchern eines Magiers. Das Buch ist der erste Band einer Reihe, was leider auf dem Cover, sowie im Buch nirgends erwähnt wird – bis auf den Cliffhanger am Ende.

Ich habe dieses Buch damals gekauft, weil ich mich bei Büchern die von Bibliotheken, oder Buchläden, oder einfach nur Büchern handeln wirklich nicht zurückhalten kann. (Noch weniger als bei anderen Büchern.) Die Aussicht auf einen magischen Buchladen hat meine Finger ganz kribbelig gemacht. Und auch beim zweiten Lesen mochte ich diesen Teil der Geschichte noch sehr gerne. Die Buchhandlung in unserer Welt genauso wie ihr magisches Pendant in der Parallelwelt.

Die Handlung verläuft in großen Teilen sehr vorhersehbar. Spannungsaufbau ist beinahe nicht möglich, weil die meisten Probleme auf der nächsten Seite schon wieder gelöst werden. Es ist nichts wirklich Außergewöhnliches, aber man muss das Rad ja nicht ständig neu erfinden. In der Idee für die Handlung steckt noch deutlich mehr als daraus gemacht wurde.

Die Hauptcharaktere sind die beiden Freundinnen Corrie und Slivana. Corrie ist die abenteuerlustige, und aufgeschlossenere der beiden. Doch ihre überdrehte Art lässt sie an vielen Stellen kindisch und naiv wirken. Silvanas vorsichtiger Charakter wird damit untermauert, dass sie eine unglückliche Kindheit hatte. Dieser Teil ihrer Vergangenheit wirkte sehr erzwungen und gestellt. Hauptsächlich sind die beiden Charaktere jedoch in Ordnung und man muss sich nicht jede Seite über die beiden aufregen. Allerdings bleiben sie auch deshalb so blass, weil das Innere der beiden nur wenig geschildert wird.

Die Nebencharaktere sind in einer sehr großen Zahl vorhanden. Dadurch kann es geschehen, dass man sich einmal einen wichtigen Namen nicht gemerkt hat. Oft hat dies jedoch keine Auswirkung auf das Verstehen des Handlungsverlaufs. Charakteristisch gut dargestellt, außer die gegnerische Seite, in der Motivation man leider keinen Einblick bekommt. Die Bösen sind also böse, weil sie böse sind.

Die Handlungsorte Woodmore und Amaranthina sind beide wenig innovativ, jedoch mit vielen Details ausgearbeitet. Woodmore ist das typische kleine Hinterwäldlerdorf, auf der Karte nicht zu finden und ohne Internetempfang. Doch genau wie bei Amaranthina, die die typische magische Parallelwelt verkörpert, werden die Orte sehr stimmungsvoll und fantasieanregend beschrieben.

Was der Schreibstil bei den Handlungsorten gut macht, wird durch die unzureichende Darstellung der Gefühle der Hauptcharaktere wieder zunichte gemacht. Der Stil ist wenig anspruchsvoll, liest sich flüssig und schnell. An manchen Stellen werden seltsame sprachliche Bilder verwendet, oder die „Lieblingswörter“ der Autorinnen werden zu häufig benutzt. An sich jedoch ein solider Schreibstil für einen Debütroman.

Mein Fazit ist, dass das Buch ein ordentlicher Debütroman ist, der unterhaltend sein kann, aber weniger zum mehrmals Lesen und eher für eine junge Zielgruppe geeignet ist.