Welch‘ gutes Omen, das bereits mein dritter Post diesen Titel trägt.
Doch es ist wie es ist und ich komme nicht umhin zuzugeben, dass ich momentan einfach nicht schreibe.

Wieso nicht?
Auf diese Frage sind mir sofort dutzende Antworten eingefallen und ich denke, mehr als einer Handvoll Leute geht es genauso.
Deshalb habe ich mich entschlossen ein paar von diesen Gründen aufzuschreiben und mir einen Lösungsweg zu überlegen, um die Blockade endlich einzureißen.

Nicht-Schreib-Grund Nummer 1: fehlende Inspiration

Ich wusste einfach nicht, worüber ich schreiben sollte. Immer wenn ich an meinem Computer saß und ein neues Dokument öffnete war mein Kopf wie leer gefegt – und das obwohl ich Seitenweise Ideen notiert habe!
Aber in solchen Momenten saß ich einfach nur da, starrte auf die Stichpunkte und zu keinem wollten mir mehr als ein paar Sätze einfallen.

Die Lösung dafür war ziemlich simpel: Schuhe an, Mantel an – raus.
Raus in die Natur, oder einfach nur durch die Nachbarschaft, ganz egal. Das einzig wichtige ist, das Handy zuhause zulassen. Ansonsten beantworte ich nämlich nur Nachrichten, anstatt nachzudenken. Außerdem hilft es mir immer denselben Weg zugehen, so dass ich einfach gehen kann ohne wirklich auf den Weg achten zu müssen. Dazu kommt, dass ich meistens zu den unmenschlichsten Zeiten spazieren gehe, wie spät abends, oder bei Regen, um den Kontakt mit anderen Menschen so gering wie möglich zu halten.

Du brauchst Inspiration, willst dein Haus aber nicht verlassen?
Auch dafür gibt es verschiedene Ansätze, die genauso Effektiv sein können. Zugegeben die Wahrscheinlichkeit abgelenkt zu werden, ist zuhause wesentlich höher.
Am besten funktioniert für mich, mir eine Aufgabe zu suchen, bei der ich mich nicht wirklich konzentrieren muss, um neben her noch in Ruhe nachdenken zu können, ohne durch Unterbrechungen den Faden zu verlieren. Am besten eignet sich dafür oberflächliches Aufräumen. Der Kopf wird nicht so sehr beansprucht und man beseitigt nebenher noch das genialitätsbedingte  Chaos.

Nicht-schreib-Grund Nummer 2: Das Aufschieben
Anstatt mich einfach hinzusetzten und zu schreiben habe ich mir eine ganz praktische Ausrede einfallen lassen: „Mir fehlt die Zeit!“ – „Ich würde ja, aber ich muss gleich los…“ – „Es ist schon so spät…“ Trotzdem scheint immer Zeit für YouTube, Fanfiktion.de, Tumblr, Pinterest oder Netflix übrig zu sein, in den kleineren und größeren Lücken zwischen feststehenden Terminen.

Am leichtesten fällt es mir, das zu überwinden, mit einem Timer auf meinem Telefon. Ich stelle die Zeit auf 10 Minuten, und verspreche mir selbst, dass ich ja nur zehn Minuten lang schreiben müsste und so viel Zeit auf jeden Fall zur Verfügung steht. Wenn man dann erstmal angefangen hat und ins Schreiben reingekommen ist, wird es leichter. Meistens schreibe ich dann sogar noch länger als zehn Minuten. Falls aber wirklich nur zehn Minuten Zeit waren, hat man zumindest ein paar Sätze und der weiße Bildschirm ist beim nächsten Mal nicht ganz so bedrohlich.

Nicht-Schreib-Grund Nummer 3: Selbstzweifel

Literatur ist meine erste große Liebe. Selbst zu schreiben bedeutet mir sehr viel. Gerade deshalb will ich, dass es so gut wie irgendwie möglich ist, am besten perfekt. Da ich aber auch nur ein Mensch bin, ein sehr junger und ein blutiger Anfänger noch dazu, sind Fehler an allen Ecken und Enden vorprogrammiert. Doch leider hält mein Perfektionismus mich häufig davon ab Geschriebenes zu vollenden, oder zu veröffentlichen. Und das, obwohl mir sehr viel an Kritik und an diesem Blog liegt. Aber egal was ich versuche, ich kann nicht aus meiner Haut und muss jede Formulierung zweimal überdenken – und mache es dabei meistens nur schlimmer.

Eine wirkliche Lösung dafür habe ich für mich noch nicht gefunden. Mehr schreiben? Besser schreiben? Meine Ansprüche herunterschrauben? Vermutlich alles davon. Momentan muss es einfach ein guter Schuss Überwindung sein, ab und an der Gedanke, dass es auch besser hätte sein können, und dann einfach abgeben. Dem Lehrer, dem Internet, oder der kritischen Testleserin.

Nicht-Schreib-Grund Nummer 4: Ablenkung

Gerade mit dem Internet nur einen Klick entfernt, fällt es oft schwer nicht einfach das Fenster zu schließen und seine Zeit in den Tiefen des Internets verschwinden zusehen, anstatt sich durch die unangenehmeren, schleppenderen Stellen des Schreibprozesses zu kämpfen. Die Ablenkungen außerhalb des Computerbildschirms lassen sich oft wesentlich leichter ignorieren, als die leisen stetigen Rufe der Lieblingswebsite „Doch nur ein einziges Mal nachzusehen, ob es etwas neues gibt…“ Und ehe man sich versieht ist eine Stunde vorbei.

Wenn es nicht das Internet ist, dann ist es das Smartphone, das einen sehr wirksam davon abhält etwas zuschreiben. Naja, eigentlich schreibt man ja schon- unzählige, größten Teils unwichtige Nachrichten an Freunde und in WhatsApp-Gruppenchats. Nachrichten, die eigentlich auch erst später hätten abgesendet werden können, oder gar nicht.

Auch diese Lösung ist wieder eine sehr offensichtliche: Unterbreche die Verbindung zum Internet. Stelle dein Handy auf Priorität für einen gewissen Zeitraum und bringe all deine Selbstbeherrschung auf, um wirklich nicht drauf zuschauen. Und dann darfst du dich nur nicht von anderen Dingen ablenken lassen, wie dem Eichhörnchen da vor deinem Fenster.

Nicht-Schreib-Grund Nummer 5: Aufgeschrieben = Aus dem Kopf

Mein letztes Problem ist vermutlich auch mein größtes: Sobald ich eine Idee aufgeschrieben habe, egal ob in ein paar Sätzen, oder in Stichworten, dann habe ich sie mir aus dem Kopf geschrieben. Sobald sie irgendwo niedergeschrieben ist denke ich nicht mehr daran, die Idee entwickelt sich nicht weiter und bleibt für immer nur das: eine Idee, ein paar Stichpunkte, die nie zu mehr wachsen werden.

Ich muss also die Ideen solange mit mir herum tragen, bis sie beinahe bis ins letzte Detail ausformuliert sind, bevor ich sie überhaupt zu Papier bringen kann. Und dann sollte ich möglichst einen kleinen Teil der Idee noch nicht aufschreiben, so dass er weiter in meinem Kopf feststeckt und ich die daran weiter entwickelte Idee später dem schon Geschriebenem hinzufügen kann.
Es funktioniert. Meistens zumindest. Und wenn es nicht funktioniert, dann wird eben die nächste Idee herangezogen.

Ich habe meine Schreibblockade mit diesem Artikel tatsächlich überwunden, und bereits einige weitere Artikel vorbereitet. Ich hoffe, dass er auch anderen über ihre Schreibblockade hinweg helfen kann.

– Seitenkind 🙂