Fanfiktions sind etwas Wunderbares. Meiner Meinung nach bereichern sie ein Werk, doch rechtlich gesehen bewegen sie sich in einer undurchsichtigen Grauzone.
Achtung: Ich bin keine Anwältin! Dieser Artikel gilt der allgemeinen Information und ersetzt auf keinen Fall eine Rechtsberatung, denn im Bereich Urheberecht sind es immer Einzelfallentscheidungen, über die keine pauschalen Aussagen getroffen werden können.

Rechtslage

Das Urheberrecht ist es, das das Veröffentlichen von Fanfiktions zu einem Grad-Akt macht. Die Funktion dieses Urheberrechtes ist es, die Interessen des Urhebers zu schützen. Als Urheber muss man sich nicht eintragen lassen, als solcher gilt man ganz automatisch mit der Schöpfung des Werkes.

Grundsatz in § 11 UrhG: „Das Urheberrecht schützt den Urheber in seinen geistigen und persönlichen Beziehungen zum Werk und in der Nutzung des Werks. Es dient zugleich der Sicherung einer angemessenen Vergütung für die Nutzung des Werkes.“

Rechte des Urhebers

Rechte wie das Veröffentlichungsrecht, oder das Vortrags- und Aufführungsrecht gehören zwar ebenfalls zu den Urheberrechten, müssen dich bei der Veröffentlichung deiner Fanfiktion aber nicht beschäftigen, viel wichtiger sind die folgenden Rechte des Urhebers, die dich möglicher Weise in Schwierigkeiten bringen könnten:

Urheberpersönlichkeitsrechte:
Diese beinhalten beispielsweise das Recht der Anerkennung auf Urheberschaft (also gegen Anmaßung oder Bestreitung seiner Urheberschaft durch Andere vorzugehen),  sowie dem Schutz vor Bearbeitung und Entstellung.

Verwertungsrechte:
Beispielsweise das Recht zur Vervielfältigung, Verbreitung, Aufführung, öffentliche Zugänglichmachung usw.

Schranken des Urhebers

Trotz der Rechte des Urhebers gibt es auch Schranken, die diese Rechte nicht überschreiten können.  Diese inhaltlichen Schranken beinhalten sowohl das Zitatrecht, wie das Recht zum Privatgebrauch und der freien Benutzung, so wie einige weitere.

Es gibt auch eine Befristung des Urheberrechts, diese beschränkt sich auf 50 Jahre nach dem Tod des Urhebers.

Freie Benutzung & Bearbeitung

Bearbeitungen eines Werkes dürfen nur mit Einwilligung des Urhebers veröffentlicht werden.

Eine freie Benutzung ist es dann, wenn eine deutliche Abhebung vom Ursprungswerk zu erkennen ist; das neue Werk selbständig gegenüber dem Benutzten ist und Abstand zu den entlehnten eigenpersönlichen Zügen des Werkes vorhanden ist, diese Züge im neuen Werk „verblassen“.
Es gelten strenge Maßstäbe bei der Anerkennung als freie Benutzung!

Ansprüche des Urhebers

Der Urheber hat den Anspruch auf Beseitigung und Unterlassung, kann Schadensersatz und Kostenersatz fordern, hat einen Anspruch auf Vernichtung etwaiger Vorlagen und Vervielfältigungen.

Disclaimer

Viele Fanfiktion-Autoren setzen einen Disclaimer vor ihr Werk, der darauf hinweist, dass alle Rechte beim Urheber liegen. Dieser Disclaimer schützt nicht vor Rechtlichen Konsequenzen!
Ein Disclaimer ist ein Haftungsausschuss, der bei Fanfiktions leider völlig irrelevant ist und überhaupt keinen Schutz oder Nutzen mit sich bringt.

Fazit

Im privaten Bereich muss man also keine Bedenken wegen seiner Fanfiktions haben, jedoch gilt das Internet nicht als privat!

Es ist jedem, der seine Fanfiktion veröffentlichen möchte, zu empfehlen, sich ein wenig mit dem Thema Urheberrecht zu beschäftigen, und vor allem nach einem Statement des Autors zu suchen, in dem aussagt wird, dass  Fanfiktions von den Werken geduldet werden.

Viele Autoren (darunter auch J.K. Rowling) haben sich geäußert, dass sie Fanfiktions tolerieren und sich über die vielfältigen Werke freuen.
Wenn der Autor sich jedoch gegen Fanfiktions geäußert hat, sollte sich daran gehalten werden und diese nicht im Internet veröffentlicht werden.

Ein Verbot für die Veröffentlichung von Fanfiktions gilt beispielsweise sowohl für alle Bücher von Jessica Bird alias J.R. Ward, als auch für alle Bücher von Diana Gabaldon.