Es ist eine endlos lange Debatte, ob das Buch dem E-Reader nicht unterliegt. Ich besitze einen Kindle und ich sehe die Vorteile darin – von meinen Büchern komme ich trotzdem nicht los.

Als wir damals den Kindle gekauft haben war er eigentlich für meine Großmutter gedacht, da man die Schriftgröße der E-Reader verstellen kann. Sie konnte mit dem dünnen Stück Metall jedoch herzlich wenig anfangen, also habe ich ihn dann bekommen.

Es gibt eine Menge gratis E-Books, oder Leseproben, die nur für E-Reader veröffentlicht werden. Über die Qualität dieser lässt sich streiten, dennoch ist es kostenloser Lesestoff, der einem völlig entgeht, wenn man keinen E-Reader besitzt.

Da natürlich die Produktionskosten eines E-Books nicht annähernd so hoch sind, wie die eines gedruckten Buchs sind E-Books auch deutlich günstiger. Wer wahnsinnig viel liest, aber einen schmalen Geldbeutel hat, sieht im E-Reader vielleicht seine Chance.

Auch Markierungen, vor allem lange, sind im E-Book leicht anzubringen und noch leichter wieder zu löschen, ohne, dass das Buch beschädigt wird. Das kann für allem für Fachliteratur, welche komplett durchdrungen werden muss, von Vorteil sein.

Manche E-Reader haben sogar die Funktion, einzelne fremdsprachige Wörter zu übersetzen. Wenn ein Sprach-Anfänger nun ein Buch auf der Sprache, die er gerade lernt, lesen möchte, dann muss er sich nicht mit dem Rauskramen eines Wörterbuchs, oder Abtippen im Google Übersetzter abquälen.

Als letztes der wohl größte Vorteil: Die Möglichkeit hunderte von Büchern mit sich zu tragen, und doch nicht mehr als ein zweihundert Gramm in der Hand zu halten. Für Leute die viel Reisen, oder nur eine winzige Handtasche haben ist das optimal.

Wieso hängt mein Herz dann trotzdem noch an dem teuren Platzfresser Buch?

Weil ein E-Reader für mich einfach nicht so gut funktioniert. Ich vermisse das Gefühl von Papier und das Gewicht von tausend Seiten in meinen Händen, während ich auf einem E-Reader lese. Ich hänge dann nicht so sehr an der Geschichte und ihren Charakteren. Ein E-Book hat nicht dieselbe Bedeutung wie ein Buch für mich. Leseproben lassen sich gut auf einem E-Reader lesen, aber das Gesamtwerk wird trotzdem als Buch gekauft. Auch wenn ich mir nicht sicher bin, ob es sich wirklich lohnt das Buch zukaufen, ist das E-Book die gute Alternative. Es bleibt für mich allerdings genau das: eine Alternative.

Dazu kommt, dass ich es mag das Buch in meiner Tasche spüren zu können. Das Gewicht gibt mir eine Art Sicherheit und ein dickes Buch schützt davor, zu viel nutzloses Zeug in der Tasche herumzuschleppen – Schließlich braucht man ja Platz für die wichtigen Dinge, wie einen sechshundert Seiten Roman.

Ich würde die Lesezeichen vermissen. Mein E-Reader merkt sich, wo ich war. In mein Buch kommen Eintrittskarten, Blumen, Fotos, Postkarten, Bon-Bon-Papierchen, Notizzettel, Geldscheine, und ab und zu auch Mal ein Lesezeichen. Aber das Wiederfinden von solchen spontanen Lesezeichen bringt mich immer zum Lächeln.

Die Gefühle und Erinnerungen, die ich mit meinen Büchern verbinde, und die mich mit ihnen verbinden, werde ich einem kleinen elektronischen Gerät nie entgegenbringen können.