„Blut ist dicker als Wasser“, verweist auf die Verbundenheit zur Familie, und das keine stärker ist als diese. Es gibt mehrere Theorien woher dieses Sprichwort stammen könnte. Eine davon besagt, dass diese Redewendung  aus Zeiten des Alten Testaments stammte. Damals wurden Verträge mit Blut eines in zwei geteilten Tieres besiegelt. Das Wasser steht für das Fruchtwasser. Die ursprüngliche Bedeutung könnte also gewesen sein, dass die Verbindung durch einen solchen heiligen Blutvertrag fester und bedeutungsvoller ist, als die Verbindung zu den eigenen Geschwistern, mit welchen man sich die Abstammung teilt.

 

„Rom wurde nicht an einem Tag erbaut“, bedeutet für uns heute so viel wie: etwas groß(artiges) braucht Zeit, um so groß(artig) zu werden.  Aber auch hier verschwand über die Jahre der zweite Teilsatz. Die Herkunft dieser Redensart lässt sich nach Frankreich um etwa 1190 zurück führen, eine Version des Satzes bedeutet übersetzt: „Rom wurde nicht in einem Tag erbaut, aber in einem nieder gebrannt.“Daraus ergibt sich ein völlig anderer Sinn, welcher mehr oder weniger aussagt, dass man zwar sehr lange an etwas arbeiten kann, aber diese Arbeit dann keine Garantie auf eine genauso lange Lebensdauer hat.

 

Nicht gut Kirschen essen

Wie viele Lehrer wurden mit diesem Satz schon in Verbindung gebracht? „Mach lieber deine Hausaufgaben! Ich hab gehört, mit Herrn S. ist nicht gut Kirschen essen!“ Aus dieser Aufforderung ist für jeden ersichtlich, dass Herr S. ein strenger Lehrer ist, der seinen Schüler kein Fehlverhalten durch gehen lässt. Etwas ganz anderes hätte es für Jugendliche im Mittelalter bedeutet:

Diese Redensart entstand, als Kirschen noch ein Luxusprodukt waren, und nur sehr reiche Menschen sich diese leisten konnten. Es galt damals als soziales Event, sich mit anderen reichen Leuten zutreffen und mit diesen Kirschen zu essen, um zu zeigen, wie reich man doch ist. Manchmal haben sich andere Menschen mit unter diese Treffen gemischt, sollte den Reichen dann aufgefallen sein, dass sich ärmere Menschen unter ihnen befinden, sollen sie diese solange mit Kirschkernen bespuckt haben, bis sie das Weite suchten. Wenn damals also mit jemandem „nicht gut Kirschen essen war“, dann wollte dieser seinen sozialen Status halten und behandelte Menschen mit einem niedrigeren sozialen Status schlecht – Hoffen wir, dass kein Lehrer mit der Ursprungsbedeutung charakterisiert wird…